Herzliche Grüße aus Zimbabwe
Franziska Riebau und ich waren zwei Wochen in dem südafrikanischen Land Zimbabwe und haben dort die
Partnergemeinden unseres Kirchenkreises besucht. Wir sind herzlich dankbar für die Spenden und für die
Gebete, die uns auf dieser Reise begleitet haben. Die Reise war nicht ganz ungefährlich, denn die Situation
in Zimbabwe ist geprägt von Korruption, von Gewalt und von Hunger. Aber es ist alles gut gegangen und wir
konnten unsere Freundinnen und Freunde in dem Bezirk Binga überbringen.
Erste Station: Das Waisenhaus in Gokwe
42 Waisenkinder leben zur Zeit in der anglikanischen Missionsstation und werden von den Nonnen und Mönchen
wie eigene Kinder geliebt und großgezogen, mit dem nötigsten versorgt und gekleidet. Sie können die Vorschule
und die Schule besuchen und haben dadurch die Chance, zu einem selbständigen Leben in Zimbabwe zu kommen.
Franziska Riebau unterstützt dieses Projekt, indem sie in Deutschland Patenschaften für die Kinder sucht.
Es können noch mehr werden, denn von der staatlichen Unterstützung können die Kinder nicht einmal annähernd
ausreichend Nahrung bekommen. Die Offenheit und Freude der Kinder war im wahrsten Sinne des Wortes umwerfend,
sie sprangen uns auf den Arm und wollten nicht mehr aufhören zu spielen.
Leben in Binga
In der Region Binga wird gehungert. Während der guten Woche, die wir dort waren, haben wir von drei Menschen
erfahren, die an Hunger gestorben sind. Dann sahen wir drei Jugendliche, die zum Pfarrer kamen und mit einem
kleinen Sack Maismehl wieder fortgingen: "Ihre Familien haben seit drei Tagen nichts gegessen." Und an einer
anderen Stelle wurde berichtet: "Die Leute kommen jetzt nicht zum Markt. Sie kochen Blätter zwei Tage lang, damit
das Gift rausgeht und sie die Blätter essen können." Hintergrund sind Dürre und eine katastrophale
Wirtschaftspolitik. Währen der letzten Regenzeit hat es nicht geregnet. Die Ernte von Mais als dem
Grundnahrungsmittel fiel aus. Anders als bei der Dürre vor zehn Jahren gab es auch keine Rücklagen an Mais im
Land. Importe sind teuer und können nicht bezahlt werden, da eine wichtige Devisengrundlage - der Export von
Tabak- durch die Besetzung von weißen Farmen äußerst stark zurückgegangen ist. Wenn es Mais gibt - oder
ungeliebten Reis - dann ist er kaum zu bezahlen. 20 kg kosteten Anfang September 250 Zimbabwe-Dollar, jetzt
kosteten sie 3000 Zimbabwe-Dollar. Die Inflationsrate liegt bei 140 Prozent und der Schwarzmarkt blüht. Aus
dem Glauben heraus die Hoffnung nicht aufgeben. Wir haben niemanden getroffen, der schon resigniert hätte.
Geduldig stehen die Menschen nach neuem Saatgut an in der Hoffnung, die nächste Regenzeit würde wieder eine
Ernte ermöglichen. Wir haben viele Gottesdienste gefeiert und viel gebetet in diesen zwei Wochen - nicht nur
aus Dankbarkeit für unsere Freundschaft. Die Gebete entwickelten eine wirkliche Kraft, nach immer neuen
Möglichkeiten des Überlebens zu suchen. Gott ist an unserer Seite - dessen sind sich die Menschen gewiss.
Nachhaltige Entwicklung
Wir hätten nichts dagegen, wenn ein Teil der Spenden aus unserem Kirchenkreis für Nahrungsmittel ausgegeben
würden. Das haben wir ganz deutlich gemacht. Aus dem Bewusstsein heraus, dass das keine langfristige Lösung
sein kann, wurden uns die Projekte gezeigt, die mit Hilfe unserer Gelder voran gebracht werden sollen:
"Windmühlen" waren das große Thema, denn die Dieselpumpen für die Wasserversorgung sind zu anfällig, Diesel
ist knapp und überaus teuer. Wir sind gespannt, wie viele Windmühlen es bei unserem nächsten Besuch geben wird.
Und Bildung. Aus den Geldern speist sich inzwischen auch ein Fonds für Schulgelder von begabten aber mittellosen
Kindern. Zur Zeit werden 10 Schülerinnen und Schüler unterstützt. Das soll mit dem neuen Schuljahr ausgebaut
werden, so hat es das Partnerschaftskomitee beschlossen.
Partnerschaft bewährt sich in Solidarität
Wir haben wieder Menschen aus den Partnergemeinden zu uns in den Kirchenkreis eingeladen. Die persönliche
Begegnung ist so wichtig wie das Gebet und das Geld. Das Engagement für das Wohl der Gemeinschaft hat uns
tief bewegt und auch für unsere Projekte hier ermutigt. Wer mehr darüber erfahren möchte, wer Bilder aus
Zimbabwe sehen oder den ausführlichen Bericht haben möchte, kann mich gerne ansprechen. Natürlich kann auch
weiter gespendet werden.
Bernhard Fricke